Erklärung zum Workshop am 14.03.15

Nachbarschaftliche Gruppe Fraenkelufer                                                             14. 03. 2015
V.i.S.d.P. Cora Jacoby – Kontakt
cora.jacoby@berlin.de

Erklärung für das Protokoll des Workshops des Bezirksamtes am 14.03.2014 zur Detailplanung im Rahmen des geplanten Umbaus am Fraenkelufer

Die Nachbarschaftliche Gruppe Fraenkelufer lehnt den vom Bezirksamt geplanten und vom Architektenbüro Hanke entworfenen Umbau des Fraenkelufers entsprechend dem Votum der 305 Unterzeichnenden ab und fordert Herrn Panhoff als zuständigen Stadtrat und die Partei Bündnis 90/Die Grünen Friedrichshain-Kreuzberg auf, diese Umbaupläne zur Gänze zurückzuziehen und eine neue, ergebnisoffene Diskussion unter Einbeziehung alternativer Ideen der Bewohner_innen zu führen.

Wir lehnen daher die Teilnahme an den Planungen des heutigen Workshops ab, da uns auf unsere Nachfrage seitens des Bezirksamtes nochmals schriftlich bestätigt wurde, dass diese Veranstaltung ausschließlich der „Detailplanung“ im Rahmen der Umbaupläne dienen soll. Aus unserer Sicht handelt es sich damit um eine weitere Alibiveranstaltung.

Eine echte Bürgerbeteilung fand im Vorfeld nach unserer Einschätzung nicht statt. Die Teilnehmer_innen mussten die Erfahrung machen, dass andere Ideen als die vom Bezirksamt gewünschten ignoriert und nicht dokumentiert wurden.

Die „Protokolle“ wurden ausschließlich von Herrn Panhoff, nicht von den teilnehmenden Bewohner_innen und anderen Teilnehmer_innen genehmigt.

Der Argumentation, dass nur über einen großen Umbau Mittel abrufbar sind, widersprechen wir. Laut den neuen „Vereinbarungen zur Städtebauförderung 2014, Teil2/Artikel 3“ könnte nach unseren Kenntnissen eine Förderung des Städtebaulichen Denkmalschutzes auch für „die Erhaltung und Umgestaltung von Straßen- und Platzräumen von geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung“ und „…für die Durchführung von Ordnungsmaßnahmen zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung des historischen Stadtbildes und Stadtgrundrisses“ verwendet werden.

Instandsetzung und Pflege des Fraenkelufers würden weniger teuer als der geplante Umbau.

Für die restlichen Mittel der für den Umbau veranschlagten Fördersumme von 750000 € finden sich sicher Projekte, für die das Geld dringend notwendig eingesetzt werden muss.

Wir sprechen uns für den Erhalt der beliebten natürlichen und historischen Uferlandschaft am Fraenkelufer aus, für Pflege, Instandhaltung und ökologische Nachhaltigkeit mit Erhaltung des Biotops am Übergang zum Böcklerpark.

Das Fraenkelufer wurde 1987 mit allen Beteiligten auf der Grundlage der Lenné ´schen Konzeption im Rahmen der IBA nach den „12 Grundsätzen der Behutsamen Stadterneuerung“ gestaltet und gehört seitdem zu den schönsten und erholsamsten Orten der Stadt. Man kann sicher von einem innerstädtischen Naherholungsgebiet sprechen.

Es gibt die vielzitierten Nutzungskonflikte nicht, da alle langsam laufen und fahren.

Sie würden durch die im Umbau geplante Begradigung und Versiegelung erst entstehen.

Die Pflege des Weges als erhaltende Maßnahme würde der noch besseren barrierefreien Wegbarkeit dienen, zur erleichterten Befahrbarkeit für Radfahrer_innen könnte man einen Streifen aus kleinen Pflastersteinen in die Straße einfügen.

Beste Option für den überörtlichen Rad-Durchgangsverkehr wäre ein Fahrradweg entlang der Skalitzer Straße.

Wir sind offen für einen Dialog auf der Basis einer wirklichen Planungsoffenheit und einer Bürgerbeteiligung, die diesen Namen verdient.

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